In den letzten Jahrzehnten hat sich die Medienlandschaft dramatisch verändert, und eines der faszinierendsten Phänomene dieser Veränderung ist die Entwicklung von Radio und Podcasts. Was einst als traditionelles Medium für Massenkommunikation galt, hat sich in eine vielfältige und dynamische Welt des Audio-Contents verwandelt, die sowohl für Hörer als auch für Content-Ersteller unzählige Möglichkeiten bietet.
Das Radio, das vor einem Jahrhundert als revolutionäre Technologie begann, hat sich im Laufe der Zeit ständig weiterentwickelt und angepasst. Von den frühen Tagen der Drahtlosübertragung bis hin zu den digitalen Radiosendern und Streaming-Plattformen von heute hat das Radio einen langen Weg zurückgelegt und bleibt ein fester Bestandteil des täglichen Lebens vieler Menschen weltweit.
Parallel dazu haben Podcasts in den letzten Jahren einen regelrechten Boom erlebt. Mit einer Fülle von Themen, Formaten und Inhalten bieten Podcasts eine neue Art des Hörens, die flexibel, ansprechend und oft hochgradig spezifisch auf die Interessen der Zuhörer zugeschnitten ist. Von Nachrichten und Bildungsinhalten über Unterhaltung bis hin zu persönlichen Geschichten und Interviews gibt es für jeden Geschmack und jedes Interesse einen Podcast.
In dieser dynamischen Medienlandschaft, die von ständigem Wandel und Innovation geprägt ist, ist es faszinierend, die Entwicklung von Radio und Podcasts zu verfolgen und zu untersuchen, wie sie die Art und Weise beeinflussen, wie wir hören, lernen, informiert werden und unterhalten werden.
Marketingstrategisch betrachtet sind sowohl Radio als auch Podcasts relevant, da sie eine effektive Möglichkeit bieten, Zielgruppen zu erreichen und Inhalte zu vermitteln. Radiosender haben oft eine große Reichweite und können eine breite Zielgruppe erreichen. Sie sind daher für Unternehmen und Marken attraktiv, die eine große Anzahl von potenziellen Kunden ansprechen möchten. Das Radio bietet für die PR-Arbeit eine Reihe von interessanten Möglichkeiten und Vorteilen. Das Radio erreicht nach wie vor eine breite und vielfältige Zielgruppe, von jungen bis hin zu älteren Hörern und von städtischen bis hin zu ländlichen Gebieten. Dies ermöglicht es PR-Leuten, Ihre Botschaften an ein großes Publikum zu verbreiten und verschiedene Zielgruppen effektiv anzusprechen.
Viele Radiosender sind lokal ausgerichtet und bieten daher eine ausgezeichnete Möglichkeit, gezielte lokale oder regionale PR-Kampagnen durchzuführen. Durch Interviews, Veranstaltungshinweise oder Werbespots können lokale Unternehmen, Organisationen oder Veranstaltungen einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht werden. Als schnelles Medium, kann es schnell auf aktuelle Ereignisse oder Nachrichten reagieren. Pressemitteilungen können rasch verbreitet und Interviews können spontan arrangiert werden, um die Öffentlichkeit über wichtige Entwicklungen zu informieren. Radio bietet die Möglichkeit, Geschichten und Botschaften auf eine persönliche und authentische Weise zu präsentieren.
Durch Interviews oder Live-Schaltungen kann PR eine direkte Verbindung zu den Hörern herstellen und ihre Botschaften auf eine emotionale und überzeugende Weise vermitteln. Radiosender bieten eine Vielzahl von Formaten und Inhalten, von Nachrichten und Interviews bis hin zu Musik und Unterhaltung. Dies ermöglicht es PR, Botschaften auf unterschiedliche Weise zu präsentieren und verschiedene Zielgruppen anzusprechen.
Das Radio bietet für die PR-Arbeit eine effektive Plattform, um Botschaften zu verbreiten, Beziehungen zu den Medien aufzubauen und die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Durch gezielte PR-Strategien können Unternehmen, Organisationen oder Personen ihre Sichtbarkeit erhöhen, ihr Image pflegen und wichtige Botschaften kommunizieren.
Podcasts bieten zwar eine kleinere, aber oft hochengagierte Zielgruppe, was für Unternehmen mit spezifischen Zielgruppen von Vorteil sein kann. Durch gezielte Platzierung von Werbung oder Sponsoring in Radiosendern oder Podcasts können Unternehmen ihre Zielgruppen effektiv ansprechen. Podcasts bieten oft Möglichkeiten für native Werbung oder Sponsoring, die als authentischer wahrgenommen werden können und das Engagement der Zuhörer erhöhen. Sowohl Radio als auch Podcasts bieten Möglichkeiten für Unternehmen, hochwertige Inhalte zu erstellen und zu teilen, um ihre Expertise zu demonstrieren und das Vertrauen der Zuhörer aufzubauen. Sie können als Unternehmerin also eigene Podcasts starten oder in bestehende Podcasts investieren, um relevante Inhalte bereitzustellen und Ihre Markenbekanntheit zu steigern.
Hier sind zwei Beispiele für eine deutsche Radio-Sendung und einen deutschen Podcast. Die Radio-Sendung „1LIVE – Die Sendung mit dem Elefanten“ ist eine beliebte Radiosendung des deutschen Radiosenders 1LIVE. Sie ist eine Mischung aus Musik, Comedy, Unterhaltung und aktuellen Themen und richtet sich vor allem an ein jüngeres Publikum. Die Moderatoren der Sendung führen Live-Interviews mit Gästen, nehmen Anrufe von Hörern entgegen, veranstalten Spiele und Wettbewerbe sowie Diskussionen zu aktuellen Themen. Die Sendung wird live ausgestrahlt und läuft typischerweise jeden Werktag von 14:00 bis 18:00 Uhr. Sie dauert also etwa vier Stunden und bietet eine abwechslungsreiche Mischung aus Musik und Inhalten.
„Gemischtes Hack“ ist ein beliebter deutscher Podcast, der von den Comedians Felix Lobrecht und Tommi Schmitt moderiert wird. Der Podcast ist bekannt für seine lockere Atmosphäre, humorvolle Gespräche und unterhaltsame Anekdoten aus dem Alltag der beiden Moderatoren.
Der Podcast ist On-Demand verfügbar und kann von Hörern jederzeit heruntergeladen oder gestreamt werden, um ihn zu hören. Neue Episoden werden regelmäßig veröffentlicht und sind über verschiedene Podcast-Plattformen abrufbar. Die Episoden von „Gemischtes Hack“ variieren in ihrer Länge, sind aber oft etwa eine Stunde lang. Die Struktur der Episoden ist informell und besteht aus Gesprächen zwischen Felix und Tommi über verschiedene Themen, die von aktuellen Ereignissen bis hin zu persönlichen Anekdoten reichen. Diese Beispiele zeigen, wie sich deutsche Radio-Sendungen und Podcasts in ihren Formaten, Inhalten und Zielgruppen unterscheiden können, während sie beide als beliebte Formen der Audiounterhaltung dienen.
Podcasts als Kanal der Markenkommunikation
Podcasting – ein Kofferwort aus Broadcasting und dem iPod von Apple – bezeichnet die Erstellung von Audio- und Videodateien und die Bereitstellung als RSS-Feed. Wie Blogs lassen sich Podcasts abonnieren, um über neue Folgen informiert zu werden und diese mit dem MP3-Player abzurufen Seit der Erfindung im Jahre 2004 gewann der Begriff schnell an Beliebtheit. Gerade Radio-Machern bot sich die Chance, mit geringem technischem Aufwand eigene Sendungen zu produzieren und auszustrahlen. Gleichzeitig konnten interessierte diese unabhängig von Zeit und Programmschemata aufnehmen. Die Meiden griffen das Thema eher reißerisch auf: „The End of Radio“ titelte das Magazin Wired im Frühjahr 2005.
Hierzulande hat die Podosphäre – die Welt der Podcasts – seit 2018/2019 einen regelrechten Boom erfahren. Immer mehr Menschen haben Podcasts als hilfreiches Medium entdeckt. Laut ARD/ZDF-Onlinestudie hören immerhin bereits 26 Prozent hin und wieder Podcasts. Ein ähnliches Ergebnis lieferte eine repräsentative Umfrage des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (Bitkom). Danach hört mehr als jeder vierte Befragte Podcasts. Noch ein Jahr davor waren es gut 20 Prozent. Ein weiteres Zeichen einer wachsenden Bewegung: Es gibt immer mehr Vermarkter wie die OMR Podstars, die sich ein großes Portfolio an erfolgreichen Podcasts aufgebaut haben.
Die zeigt, dass Audio-Formate immer beliebter werden. Dabei sind die Erwartungen durchaus unterschiedlich: Laut einer Studie von YouGov wollen sich 35 Prozent der Befragten unterhalten lassen, bei 34 Prozent steht die Information im Fokus, und 32 Prozent wollen sich über Podcasts weiterbilden.
Seit vielen Jahren zählen Audio- und Videofiles zu den festen Inhalten professioneller Medienarbeit. Neben Online-Pressekonferenzen, Webinaren oder Video-Conferencing haben viele Unternehmen, Institutionen und Agenturen Podcasts als Chancenmedium für sich entdeckt. Diesen ist durchaus bewusst, welche Möglichkeiten Podcasts im Vergleich zu klassischen Medien bieten: Emotionale Ansprache von Stakeholdern, Empfang „on demand“ unabhöngig von Zeit und Raum, direkter Kanal zu Stakelholdern – und dies zu geringen Produktionskosten.
Gleichzeitig muss sich jeder fragen, ob die eigenen Stakeholder darüber erreichbar sind, welche Inhalte diesen angeboten werden, welche Ressorcen zu Verfügung stehen und ob Audio- und Videomaterial regelmäßig vorliegt. Denn nur einem kontinuierlichen Commutainment-Format – Mix aus Communication und Entertainment – schenken User wirkliche Aufmerksamkeit. Einige hiesige Unternehmen haben mit unterschiedlichen Konzepten den Weg in die wachsenden Podosphäre gewagt, um den Kanal als emotionales Instrument einzusetzen.
Zielgruppenerweiterung
Klassische Medien haben früh Audio-Podcasts als ergänzenden Abspielkanal entdeckt. Ein Beispiel ist der Berliner RBB-Sender Radio Eins. Seine Mediensendungen, Literaturagenten, Morning Shows und Talks werden nach der Sendung online als Podcast zur Verfügung gestellt – ohne Werbung, ohne Musik, dafür oft mit zusätzlichen Informationen. Auch Deutschlandfunk bietet Podcasts – Interviews, Wirtschaftssendungen, Forschungsthemen – zum Abruf unabhängig von Ort und Zeit an.
Markenbindung
Schon jetzt produzieren 60 Prozent aller Verlage regelmäßig Podcasts. Beispielsweise gewährt der DuMont Buchverlag in seinem Podcast „DuMont auf Sendung – Der Podcast mit Büchern“ monatlich einen exklusiven Blick hinter die Kulissen. Die Moderatoren erzählen Geschichten über die Autoren, deren Bücher und die verlegerische Arbeit aus dem Hause DuMont. Neuigkeiten zu Produkten, Services, Entwicklungen und Veranstaltungen gibt es beispielsweise ebenfalls bei der Telekom zu hören.
Wissenstransfer
BASF setzt darauf, mit Wissen die eigene Leistung zu unterstreichen. Der Chemieriese versteht Audio- und Video-Podcasts als Bindeglied zwischen Hörern, Wissenschaft und dem Unternehmen. Beispielsweise werden beim „Chemie-Reporter“ Alltagsfragen der User zum Thema Chemie unterhaltsam beantwortet. Auch der NDR setzte mit seinem „Coronavirus-Update“ mit Christian Drosten, dem Leiter der Virologie in der Berliner Charité, auf einen regelmäßigen – und preisgekrönten – Wissenstransfer.
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Mein Name ist Patrick Lehmhaus. Ich unterstütze Unternehmen, Organisationen und Einzelpersonen dabei, ihre Kommunikation gezielt zu gestalten – strategisch fundiert, wertebewusst und wirksam. Ob interne Prozesse, öffentliche Auftritte oder persönliche Positionierung: Gemeinsam bringen wir Klarheit in Ihre Kommunikation.

Literaturtipp
Zu dem Thema Radio und Podcasts gibt es möglicherweise keine spezifische Literatur, die sich ausschließlich darauf konzentriert. Dennoch gibt es Bücher, die sich mit Themen wie Medienwandel, digitale Kommunikation und die Zukunft der Unterhaltung beschäftigen, die auch relevante Aspekte von Radio und Podcasts behandeln können. Hier sind fünf Werke, die aktuelle Entwicklungen in der Medienlandschaft beleuchten:
„Podcasting: The Audio Media Revolution“ (2019), Martin Spinelli: Dieses Buch bietet einen umfassenden Überblick über die Podcasting-Landschaft, von der Geschichte des Mediums bis hin zu aktuellen Trends und zukünftigen Entwicklungen.
„The Business of Podcasting: How to Take Your Podcasting Passion from the Personal to the Professional“ (2015), Donna Papacosta, Steve Lubetkin: In diesem Buch geht es um die geschäftlichen Aspekte des Podcastings, einschließlich Monetarisierung, Marketing und strategischer Planung.
„Podcast – Überall und jederzeit: Wie das Medium die Medienlandschaft revolutioniert“ (2022) von Karolin Schwarz und Teresa Sickert: Dieses Buch bietet einen umfassenden Einblick in die Welt der Podcasts und ihre Auswirkungen auf die Medienlandschaft, sowohl in Deutschland als auch international.
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